Uni Zürich besetzt, Tag 8 bis 11

Corsin Zander, Lukas Messmer

, 27.11.09

Der Live-Ticker bis zur Demo am Freitag.

Tag 11 (Freitag, 27. November)

14:00 Uhr

Gestern Donnerstag wurde am Plenum nur mit einer hauchdünnen Mehrheit entschieden, die Besetzung zumindest bis am Sonntag fortzusetzen. Am Sonntagabend soll ein weiteres Mal darüber abgestimmt werden, ob die Besetzung fortgesetzt wird oder nicht. Offenbar haben sich die Besetzer in zwei Lager geteilt, eine eher pragmatisches und ein eher unnachgiebiges.

10:00 Uhr

Die Stadtpolizei Zürich hat die auf heute 17 Uhr am Haupteingang der Uni Zürich angekündigte Demo bewilligt (Meldung beim TA). Es ist immer noch offen, wie lange der Hörsaal KOH-B-10 weiterhin besetzt wird, oder ob die Besetzer sogar heute nach der Demonstration schon das Feld räumen.

 

Gestern hat die Präsidentin der Studierendenrats (StuRa) der NZZ ein Interview zur Besetzung gegeben. Überblicke über die Proteste in Deutschland gibt es auf der Studiumsseite der Zeit und über diejenigen in Zürich und der Schweiz im Dossier Studentenproteste des Tages-Anzeigers.

Tag 10 (Donnerstag, 26. November)

10:40 Uhr

Für die geplante Demonstration am Freitag (17:00 ab Haupteingang der Uni) gegen die geplanten Sparmassnahmen des Kantons im Bereich der Bildungwird nun eine Bewilligung eingereicht. Es soll eine friedliche Veranstaltung geben.

01:40 Uhr

Das Programm des heutigen Tages:

- 14:00 Uhr: Konsensfindung konkret (Diskussion mit den Inputs von Agentur Vagant)

- 16:15 Uhr: Holger Schatz, Soziologe und Redaktor des "denknetz" spricht zum Leistungsprinzip an der Universität.

- 18:15 Uhr: Diskrete Kunst des Widerstands: ein Vortrag mit Peter Radelfinger, Künstler und Professor an der Zürcher Hochschule der Künste.

- 20:15 Uhr: Plenum

Tag 9

20:50 Uhr

Der Studierendenrat der Universität Zürich (StuRa) verurteilt in einer Medienmitteilung die andauernde Besetzung. Diese sei «im höchsten Masse destruktiv» und «lasse keinen Raum für eine konstruktive Auseinandersetzung mit den gegenwärtigen Missständen». Weiter fordert der StuRa eine verfasste Studierendenschaft und wiederholt seine gegenwärtigen Forderungen wie zum Beispiel eine Anerkennung von aussercurriculären Aktivitäten, andere Formen der Leistungsüberprüfung, eine individuellere Studiengestaltung und keine Erhöhung der Studiengebühren.

20:20 Uhr

Lange Zeit hat das Plenum jetzt über Strategiefragen diskutiert. Wie können die Studierenden am besten mobilisiert werden? Mit einer Räumung des Saals oder wenn die Besetzung bestehen bleibt? Wie sieht es rechtlich aus?

17:50 Uhr

Unsereuni gab bekannt, dass sie morgen ab 12:00 alle Studierenden zum Mittagessen einladen. Die "Volxküche" wird sich vor dem Haupteingang der Universität zusammen mit Infoständen platzieren. Das Tagesgericht: "Spaghetti Bologna".

10:55 Uhr

Das Ultimatum des Rektors läuft heute ab. Gestern teilten die BesetzerInnen mit, dass sie bleiben werden. Das Programm geht also wie geplant weiter:

- 14:00 Uhr: Vortrag des Soziologen der Uni Basel, Johannes Gruber: Kritischer Theorie - Heute noch aktuell

- 16:15 Uhr: Kurt Wyss, Soziologe aus Zürich spricht zu Bologna als Halbbildung - eine Kritik mit Adorno.

- 18:15 Uhr: Plenum

- 20:15 Uhr: Ueli Mäder (Professor für Soziologie an der Uni Basel): Wie Reiche denken und lenken.

Zudem gibt es wie bisher den ganzen Tag über Informationen, Essen (Morgen, Mittag, Abend) sowie ein Lunchkino mit Kurzfilmen ab 21:30 Uhr im Foyer unterhalb des Lichthofes.

00:05 Uhr

Der FVOec reagiert auf den Beschluss des Plenums mit der Lancierung einer Online-Petition, welche die umgehende Freigabe des KOH-B-10 fordert. Der Fachverein Oekonomie positioniert sich damit nach dem offenen Brief vom Montag erneut dezidiert gegen die Besetzung.

Tag 8

21:15 Uhr

Der Offene Brief an Medien, Rektorat und Studierende.

19:30 Uhr

Der Brief an Rektor Andreas Fischer ist beschlossene Sache. Sein Angebot wird abgelehnt. Zuerst soll eine inhaltliche Diskussion geführt werden. Das rein logistische Angebot marginalisiere die politischen Forderungen.

19:10 Uhr

Die Arbeitsgruppe Strategie hat verschiedene Vorschläge für eine Antwort an Rektor Andreas Fischer präsentiert, das Plenum hat einen ausgewählt. Nun wird über Form und Inhalt des Briefes diskutiert. Es geht unter anderem darum, wie am besten eine möglichst breite Öffentlichkeit erreicht wird. Das Plenum steht unter einem gewissen Zeitdruck, weil gestern beschlossen wurde, um 20:00 Uhr eine Antwort an Rektor Fischer zu schicken.

18:30 Uhr

Mit knapp 100 Leuten beginnt das Plenum an diesem Dienstagabend. Es treffen immer noch Einzelne ein. Das Plenum ist wichtig, weil heute eine Antwort an Rektor Andreas Fischer verfasst werden muss. Um 19:00 Uhr ist eine Skypeverbindung nach Wien geplant.

18:00 Uhr

Nach dem Vortrag von Andreas Cassee diskutieren die anwesenden Studierenden noch über die Initiative zu den Kriegsmaterialexporten. Um 18:30 Uhr soll im Plenum über das weitere Vorgehen der Besetzung diskutiert werden.

15:00 Uhr

Heute Abend soll um 18:00 Uhr im Plenum über das weitere Vorgehen und ein eventuelles Ende der Besetzung (in Einklang mit Rektor Fischers Angebot) diskutiert werden. Rektor Fischer erwartet bis 20:00 Uhr hierzu einen Entscheid.

00:15 Uhr

Die Diskussion mit dem Rektor war für viele der BesetzerInnen eine Enttäuschung. Aber immerhin wurde untereinander diskutiert. Die Universitätsleitung hat bezüglich der Besetzung eine klare Ansage gemacht und die Entscheidung des Plenums wird mit Spannung erwartet.

Das heutigen Tages:

- 13:00 Uhr: Vortrag von Vesna Tomse vom "stadt.labor": Gegen die A-Stadt: Zürich wird gentrifiziert.

- 15:00 Uhr: Streik in der Schule, Streik in der Fabrik Vortrag von Matteo Pronzini (Gewerkschaftsaktivist)

-  17:15 Uhr: Der Friedensaktivist Andreas Cassee spricht zum Brainpower in der Rüstungsindustrie

- 18:30 Uhr: Plenum

 Besetzer räumen den Gummibärlisaal - 28.11.2009 19:18
 Die Fackeln sind erloschen - 27.11.2009 09:08
 Uni besetzt, Tag 4 bis 7 - 23.11.2009 17:49
 Uni besetzt, Tag 1 bis 3 - 19.11.2009 11:50

72 Kommentare:

  1. Mit der Besetzung konnte von Beginn weg höchstens eines erreicht werden und zwar die Studierendenverhältnisse zum Thema zu machen - und das wurde mittlerweile erreicht.

    Also macht endlich den Hörsaal frei!!!

    Und schafft Platz für eine konstruktive Diskussion, zu der ihr selbst nicht fähig sein wollt.

    @Gian-Luca: Du bringst es auf den Punkt

  2. Liebe Kaninchen im KOHB10,

    vielen Dank dafür, dass morgen vormittag meine Vorlesung ersatzlos wegen "Raumchaos" gestrichen werden muss. Das war auch letzte Woche so - somit fehlen mir + xxx Kommilitonen 4 volle Zeitstunden an guter Lehre.

    Ein Tipp für euch im Stall: Qualität ist das beste Rezept. Damit hättet ihr bessere Haken schlagen können. Also: Free KOHB10

  3. ich bin dafür das dein cand. entfernt wird. Der text trifft nicht nur den kern der sache, er ist auch überaus schön geschrieben. bravo!

  4. Gian-Luca: Genau meine Meinung. Ohne studentischen Rückhalt macht der Protest so einfach keinen Sinn.

  5. Nachdem ich den Protest und die damit einhergehende Medienkampagne mit Interesse verfolgt und die Aktionen und Plena entweder selber besucht oder zumindest mit Kommilitoninnen und KOmmilitonen diskutiert habe, eröffnet sich mir dieser Brief als unselige, aber logische Konsequenz der Entwicklung der vergangenen acht Tage.

    Zum ersten einige Punkte zu dem Brief:
    Zunächst erstaunt es doch sehr, dass die Verfasser es nicht als nötig erachtet haben, sich an die grundlegenden Formalia eines anständigen Briefes zu halten. “Lieber Rektor” steht da. Ich kann durchaus verstehen, dass man sich aufgrund der ideologischen Perspektive nicht zu einem “Magnifizenz” durchringen wollte, was auch seltsam gewesen wäre, aber ein “Sehr geehrter” wäre wohl dringelegen. Das führt mich zu einem weiteren Punkt: Ist die Respektlosigkeit vor dem Rektor wohl programmatisch, so verwundert doch umsomehr, dass dieser zur Unterschrift einer gemeinsamen Erklärung aufgefordert wird, trotzdessen, dass man ihm offensichtlich alle Sachkompetenz und den Willen abspricht, sich für die betroffenen Studenten einzusetzen. Wird hier versucht, von der Hand gefüttert zu werden, die man beissen möchte?

    Die andere Entwicklung, die ich zwar aufgrund ihrer Vorhersehbarkeit nicht mit Sorge, aber Irritation wahrgenommen habe, war die Kaperung der Besetzung durch Gruppen wie dem RAZ und mindestens noch der RJZ.
    Ich hatte mir den Beginn der Aktion ziemlich genau angeschaut und hatte mich wenig über die Anwesenheit von VertreterInnen der revolutionären Avantgarde von RJZ und RAZ gewundert. Was mich dann aber im Verlauf der letzten Woche wirklich frappiert hat, war, dass die Veranstaltungen von diesen Vertretern gekapert oder zumindest in diese ideologische Richtung “geschubst” wurde. Hierzu noch eine strategische Überlegung: Glauben die Besetzer, dass sie eine legitime Vertretung der Studenten der Universität Zürich darstellen können, wenn die von ihnen organisierten Veranstaltungen zweifelsfrei im linken politischen Spektrum verortbar sind? Wäre hier nicht eher ideologische Parität oder gar Neutralität angezeigt gewesen?
    Das führt mich zu einem letzten Gedanken: Legitimität und Agenda.
    So sehr Gentrifizierung von Stadtgebieten und die Kriegsmaterialpolitik von tagespolitischem Interesse sein mögen, so wenig haben sie mit Bildungspolitik zu tun. Wo war der Vortrag über die Entwicklung des Bolognasystems? Wo war der Erfahrungsaustausch und v.a.: Wo waren die Betroffenen, die aufgrund der laut kritisierten Präsenzpflicht nicht arbeiten konnten, von der Teilnahme an NGOs und dergleichen abgehalten wurden?

    Diese Punkte sind meineserachtens Ausdruck des grössten Problems dieser Besetzung: Sie sind die Karikatur eines Protests, durchgeführt von Wenigen, die wenig Betroffen sind (oder hat der Reclamverlag plötzlich Mehrheitsanteile am Deutschen Institut?), die wenig Ahnung von den tatsächlichen (bildungs-)politischen Strukturen des Kantons und insbesondere der funktionsweise der Universität Zürich haben.

    Hätten sich die Hauptorganisatoren vorgehend vorbereitet und hätten sie sich wirklich mal mit den Kollegen Marx, Lenin, Bakunin und MArighella auseinandergesetzt, dann wüssten sie, dass eine als legitim erachtete Avantgarde automatisch auf den Rückhalt der Massen stösst. Dazu sind sie wohl aber aufgrund der exorbitanten oekonomischen Zwänge ihres Tagesablaufs und der unfairen Präsenzpflicht nicht gekommen.

    Gian-Luca, cand.phil.hist.

  6. @ A.D.

    Aber seit ihr an der kurzen bedenkzeit nicht auch Mitschuld? Ihr wolltet schliesslich am Freitag nur eure Forderungen übergeben und habt von Anfang an dort keine Zeit für eine echte Diskussion eingeplant. Aus Sicht des Rektors ist es insofern nachvollziehbar, da ihr den Raum nun seit genau einer Woche besetzt und heute auch die Veranstaltungen der WWF normalerweise darin stattfinden würden, aus denen wohl diejenigen Beschwerden über die Besetzung kamen, die den offenen Brief des Fachvereins Ökonomie ausgelöst haben. Wenn ihr von Anfang an schon am Freitag eine längere ernsthafte Diskussion eingeplant hättet, hätte der Rektor sein Ultimatum wohl dort über das Wochenende gestellt; Ihr hättet wohl mehr Zeit gehabt. Allerdings ist es grundsätzlich Sinn und Zweck eines Ultimatums, das es nur geringe Bedenkzeit lässt, während der Unmut über die durch die Bestzung entstandenen Folgen geradezu exponentiell wächst.

  7. die Furcht bei den meisten ist vermutlich da, dass wenn man mal erst weg ist, wird man nicht mehr ernstgenommen, weil der Druck nicht mehr hier ist, sich mit der Sache auseinanderzusetzen, da garantiert nichts mehr in den Medien stehen wird (wie das in Basel der Fall gewesen ist)

    Aber ja, solche Stimmen wie du bräuchte es mehr im Forum.

    Du siehst, das ist aber das dumme (oder perfid gewollte?) des Rektoren, er gab der Bewegung nicht genug Zeit, sich eingängig mit seinem Angebot auseinanderzusetzen, sondern bauete einen grossen Zeitdruck auf, der in eben jener (nicht reiflich durchdachten?) Reaktion mündete.

    Solche Leute wie dich, hätte ich mir mehr in der Bewegung gewünscht...

    Aber das Problem für die anderen Studenten mit der Besetzung sehe ich immernoch nicht.

    Liebe Grüsse und eine gute Nacht
    A.D.

  8. @ A.D.

    Zur Struktur und der linken Ecke: Ich möchte als klar links eingestellte Person wirklich bestreiten, dass klare Grundpositionen an sich Verhandlungsgeschick und Pragmatismus total ausschliessen. Ich denke, dass hat mehr mit anderen Faktoren zu tun. Grundsätzlich finde ich es sehr gut, dass jetzt eine Debatte in Gang gebracht wurde.

    Der bereits am Ende der betreffenden Diskussion erhobene Vorwurf, dass Rektor Fischer nur eine Schein-Diskussion geführt habe, weil er "an deren Ende egal was kommt ein Ultimatum eingeplant hat", ist aus meiner Sicht überhaupt nicht gerechtfertigt.
    Erstens einmal ist es nichts als logisch und legitim, dass Fischer sich im Vorfeld ungefähr überlegt hat, was er am Ende sagt, d.h. was er anbieten und was er allenfalls androhen möchte. Er kann ja wohl nicht gänzlich ohne irgendein vorgängig mit der Universitätsleitung abgesprochenes Szenario auftreten und dann ad hoc sagen, was er will und was allfällige Konsequenzen sind. Ausserdem war die Diskussion ja inhaltlicher Natur und der Vorschlag betrifft in erster Linie formale Aspekte. Und zudem hat er ja die Frist am Ende immerhin um 24 Stunden verlängert.
    Ich verstehe einfach nicht, weshalb man jetzt im Brief praktisch fordert, dass Fischer eure Positionen tel quel übernimmt, anstatt den versprochenen Dialog anzutreten, welcher sich durch das Aufgeben der Besetzung wesentlich leichter gestalten würde. Diesen hätte man ja bspw. bis Freitag in Aussicht stellen können.

    Im Brief wurde gesagt, der Sache sei mit einem blossen Raumwechsel nicht gedient. Ein guter Dialog mit den zuständigen Stellen ist der Sache aber sicher dienlich. Wird dies besser erreicht durch das sture Besetzen eines Raumes oder vielmehr dadurch, dass man auch einmal auf ein Angebot eingeht und dann dafür aber einfordert, auch gehört und ernst genommen zu werden?

  9. meine Energie ist langsam am Ende.
    Ich verstehe die Ablehnung gewisser Leute zum Teil.
    Ich war immer einer der Vefechter, dass die Bewegung sich nicht zu stark in die linke Enge drängt.
    Das Problem an der Bewegung, wie viele es zu haben scheinen, finde ich ebenso diffus, wie gewisse Forderungen.
    Ich verstehe schlussendlich die Punkte nicht, wieso man sich so stark gegnüber einer Bewegung, die keiner was zu Leide tut, sondern politische Impulse bringen möchte - mit viel zeitlichem Engagement von vielen Leuten, schlussendlich für die Allgemeinheit - nochmals: ich verstehe nicht, wie man sich darüber echauffieren kann.

    Ich hoffe ihr werdet alle euren Weg friedlich finden.

    Liebe Grüsse
    A.D.

  10. @ A.D.

    Zunächst einmal möchte ich vorausschicken, dass ich im Liz begonnen habe und zum BA gewechselt bin, ich kenne also beide Systeme. Und ja, ich habe auch meinen Teil an Ärger mit Bologna gehabt.

    Was die Argumente des Forums betrifft: Jede Person für sich wird sicher schlüssige und bedenkenswerte Argumente vorweisen können (dass sollte man sogar wenn man advocatus diaboli spielt), aber was als öffentliche Verlautbarungen dabei bis jetzt herausgekommen ist ist ein Sammelsurium von Forderungen, die entweder sehr diffus, gar nicht auf den Lehrbetrieb selbst abzielenden oder besser direkt an politiker gerichtet würden. Von aussen (und ob ihr es wahrhaben wollt oder nicht, die meisten Studenten nehmen euch von aussen wahr) gibt es wenig Grund euch ernst zu nehmen. Ich werde mir dennoch mal die Zeit nehmen.

    Was den reflektierenden, demokratischen Denkprozess betrifft: Es gibt Wege, wie man auf legalem Weg mit relativ geringem Aufwand Gruppen an der Uni gründen kann, Räume beantragen und auch bekommen kann um solche Denkprozesse zu betreiben und das wäre auch kaum ein Problem gewesen bei der doch nicht gerade kleinen Anzahl von Professoren, die auch nicht so glücklich mit Bologna sind. Euer Vorgehen aber ist von Anfang an weder demokratisch (weil die demokratische Körperschaft die gesamte Studentenschaft ist und nicht die bei eurer Entscheidung gerade zufällig Anwesenden und jemand der um 12 Uhr mittags nach hause ging oder an diesem Tag gar nicht an der Uni war deshalb gar nicht die möglichkeit hatte sich an dieser Entscheidung zu beteiligen oder eben nicht, weshalb der Initialentscheid zur Besetzung nicht demokratisch ist) noch sonderlich zielgerichtet gewesen. Ich will ehrlich sein: Für die Hälfte der Vorträge die ihr seit Beginn der Besetzung ausgeschrieben habt sehe ich keinen schlüssigen Zusammenhang mit der Bolognareform oder euren Forderungen. Und ich bin wohl bei weitem nicht der Einzige. Zudem handelt es sich bei diesen Vorträgen um Themen einer politischen Stossrichtung. Ich sage nicht sie dürfen und sollen nicht gehört werden. Aber ich frage mich geht es euch um die Uni oder um eure Weltanschauung? Denn ginge es euch um ersteres, gibt es keinen vernünftigen Grund, das Angebot des Rektors derart rundweg abzulehnen. Also geht es euch entweder um eure persönlichen politischen Anliegen oder ihr habt bereits die Schwelle zum Protest um jeden Preis überschritten. Ich werde zuhören und sehen. Aber die heutigen Entscheidungen stimmen mich nicht optimistisch.

Dein Kommentar:

Meine Informationen merken

CAPTCHA Bild zum Spamschutz  
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.