Vanessa Naef, Girl bei «Deal or no Deal»
Es ist ganz schön anstrengend, mit High Heels und einem schweren Koffer ruhig zu stehen. Ich bin froh, wenn ich möglichst früh von Roman Kilchsperger aufgerufen werde. So stehe ich nur einige Sekunden im Rampenlicht und kann dann hinter den Kulissen den Rest der Sendung anschauen. Neben meinem Studium in Journalismus arbeite ich nämlich als Moneygirl bei «Deal or no Deal». Ich hab mich da einfach mal spontan beworben. Wahrscheinlich nahmen sie mich, weil ich sehr gut ins Team passe, Ausstrahlung habe und zuverlässig bin. Wohl auch ein bisschen wegen meinem Aussehen. Nun mache ich seit einem Jahr die Kandidaten mit dem Öffnen eines Koffers glücklich oder eben nicht. Es macht wirklich Spass, wir sind ein super Team. Obwohl wir 26 Girls sind, gibt es nie Zickenstreit.
Roman ist ein lustiger Kerl. Er kennt uns alle mit richtigem Namen, ich glaube, er hat keinen Spick, wenn er während der Sendung mit uns redet. Die Kritik, «Deal or no Deal» sei sexistisch und das schlechteste Quiz auf Erden, weil man kein Können oder Wissen beweisen muss, lasse ich nicht gelten. Es schadet nicht, wenn man einige Mädchen gut inszeniert. Das ist bei einer Modeschau genau gleich. Im Gegensatz zu andern Quizsendungen braucht es halt vor allem Glück zum Gewinnen, das kann auch spannend sein. Zudem hatten wir gerade die 200. Sendung, dies spricht für den Erfolg.
Selber gehöre ich zu jenen Personen, die kein Problem haben, im Mittelpunkt zu stehen – zumindest wenn es ums Geschäftliche geht. Schliesslich arbeite ich nebenbei auch noch als Model, habe mich als Januargirl im Campusgirls-Kalender ablichten lassen und mein grosses Berufsziel ist Moderatorin. Viel lieber als Unterhaltungsendungen, würde ich aber eine Informationssendung oder ein Magazin moderieren.
Soweit ist es leider noch nicht. Bis zum Abschluss meiner Ausbildung opfere ich meine Ferien für «Deal or no Deal». Alle zwei Monate drehen wir in fünf Tagen zehn Sendungen. Dafür kriege ich 250 Franken Lohn pro Tag. Diesen bekommen wir aber aufs Bankkonto, nicht in einem Koffer. Den packe ich erst nach meinem Studium, ich will unbedingt auf Reisen gehen. Vielleicht bleibe ich irgendwo und werde Auslandkorrespondentin. Das wäre sicher auch ein Job, zu dem ich «Deal!» sagen würde.
Obwohl ich erst 22 Jahre alt und mitten im Studium bin, arbeite ich zielbewusst an meiner Karriere. Wer so viele interessante Dinge machen kann wie ich, der muss das doch auch ausnutzen.

