Neuer Wind im VSETH
Die Studierendenvertretung der ETH hat jetzt ein Frau als Präsidentin. Gaby Blatter will im Amt von ihrer Erfahrung in der Hochschulpolitik profitieren.
Im Gegensatz zum StuRa kämpfen die Fachvereine der ETH und der VSETH weniger mit Nachwuchsproblemen. Gaby Blatter sagt, dass Studierenden, die sich in Fachvereinen engagieren, gerne ein gewisser «Nerd-Touch» nachgesagt wird. Sie empfindet das jedoch als ganz anders: «Im Vorstand sitzen alles coole, engagierte und topmotivierte Leute, die etwas verändern wollen und nicht nur studieren, sondern auch das studentische Leben geniessen.» Diese neue Dynamik sei etwas vom Besten, das ihr Vorgänger Adrian Steiner ihr hinterlassen habe.
Langjährige Erfahrung
Im Gegensatz zu ihm, der als VSETH-Neuling Präsident wurde, hat Blatter langjährige Erfahrung im Bereich Hochschulpolitik. Bereits im Gymnasium war sie in verschiedenen Schülerorganisationen tätig. Die damit verbundenen positiven Erlebnisse bestärkten sie in ihrem Entschluss, sich auch an der ETH aktiv einzubringen. Dazu hat sie nun reichlich Gelegenheit, denn das Amt der VSETH-Präsidentin sei gleichbedeutend mit der Führung eines KMU. «Das ist jetzt mein Ausgleich zu vier Jahren naturwissenschaftlichem Studium – Pädagogik, Didaktik, Wirtschaft und Recht», meint Blatter, die sich momentan im Kombinationsstudiengang der ETH, der Uni und der PH in der Ausbildung zur Gymnasiallehrerin befindet.
Vielseitige Arbeitsbereiche
Als Leiterin eines solchen «Unternehmens» arbeitet sie die tägliche Mailflut ab, leitet Sitzungen und übernimmt repräsentative Aufgaben in mehreren Gremien sowie die Koordination und Mitarbeit an Projekten an der ETH. Blatter hat aber auch die Möglichkeit, neue und eigene Projekte anzureissen und aufzuziehen. Eine ihrer Ideen ist ein Geländespiel, das sie gerne organisieren möchte. VSETH-intern will die neue Präsidentin die Sitzungsstrukturen verändern und vor allem den Kontakt zu den Kommissionen und Fachvereinen wieder verbessern. «Da ich im Gegensatz zu Adi, der frisch in den VSETH kam, aus dem Verein heraus komme und dessen Strukturen sehr gut kenne, liegen mir die Fachvereine am Herzen.»
Erst die zweite Präsidentin
Als erst zweite Frau im Präsidentenamt hofft Blatter, bessere Arbeit zu leisten als ihre Vorgängerin, die mit der Doppelbelastung von Amt und Studium nicht fertig wurde. Dies befürchtet Blatter für sich selber nicht, obwohl sie momentan oft spät abends nach Hause kommt. «Du gibst dem Verband zwar ziemlich viel, bekommst aber auch ebenso viel zurück.»

