ZS #3/10 - 25.05.2010

Dass ich in der ZS-Redaktion mein erstes Mal erlebe, hätte ich nie für möglich gehalten – dass ich dabei nicht an Sex denke auch nicht. Und das, obwohl ich in dieser Nummer über die Aufklärungsseite Lilli.ch schreibe. Irgendwie zieht mich Sex an, schrieb ich doch in der ZS #03/09 über Kondome und in der #02/09 über die Edelprostituierte Mata Hari. Das erwartet niemand von einer Kulturredaktorin. Und es bleibt fraglich, ob ich mit meiner zwiespältigen Vergangenheit je die Chance auf einen vernünftigen Job als Journalistin bekomme. Vielleicht ist es mein Schicksal, mit Sex zu leben. Mein erster Themenartikel über das Geheimnis der Liebe in der #03/09 lehrte mich, der geistlichen Elite nicht zu trauen. Denn die Patres schrieben schon im Mittelalter verschlüsselte Sexromane. Ja, ich bin ein gebranntes Kind der Sexindustrie. Bei meinem ersten Interview, mit Adrian Bührer, meinte dieser salopp: «Sex sells». Also was solls, ich hab nur nach den gängigen Dogmen gehandelt.
Bevor ich mich aber als «sexsüchtige Kulturredaktorin» zu den Unilegenden geselle und mich für immer aus dem Staub mache, bleibt eines zu sagen:
Danke, liebe ZS-Redaktion, danke für alles, was ich bei euch lernen durfte. Danke für diese unvergessliche und prägende Zeit bei euch.
Und euch, liebe Leser, danke ich für euer Interesse an der ZS und vor allem für eure Treue.
Ich werde mich nach drei Jahren bei der drittbesten Unizeitung im deutschsprachigen Raum nun zurücklehnen. Meine bescheidene Ära neigt sich ihrem Ende. Schade nur, dass vor meinem ersten Mal schon klar war, dass ich zum letzten Mal das Editorial schreiben würde.
Nun bleibt mir nur, die ZS zu geniessen und auf den folgenden Seiten auszukundschaften, wie ich an der Uni zur Legende werden kann. Und sollte ich doch noch Lust aufs Reisen oder auf ein nettes Date bekommen, bietet diese Ausgabe erfrischende Tipps.
In diesem Sinne, goodbye and good sex.

Sabina Galbiati, Redaktorin

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