Woody, Buzz und Nemo in Zürich
Disney produziert immer aufwändigere Animationsfilme, deshalb ist der Konzern auf universitäre Forschung angewiesen. Die ETH Zürich wird künftig mithelfen.
Auch für Professoren können Kindheitswünsche in Erfüllung gehen. Schon als kleiner Junge war Professor Markus Gross fasziniert von den Disney-Figuren. Besonders der tollkühne Erfinder Daniel Düsentrieb hatte es ihm angetan, wie er in einem Interview mit ETH Life erzählt. Als Informatik-Professor an der ETH Zürich pflegt er inzwischen Beziehungen zu Forschern und Managern beim Disney-Konzern. Diese Kontakte sind massgeblich dafür verantwortlich, dass eine Partnerschaft zwischen dem schillernden Hollywood und der biederen Science City zustande kam.
Im Rahmen einer Forschungs- und Entwicklungsinitiative richtet Disney an der Carnegie Mellon University in Pittsburgh (USA) und eben an der ETH Zürich zwei Labors ein. In diesen werden Forscher mit Spezialisten von Disney zusammenarbeiten.
Bereits dieses Semester beginnen die äusserst vielfältigen Forschungsarbeiten im neuen Labor direkt neben dem Informatikgebäude. Sie konzentrieren sich auf die Gebiete Computeranimation, geometrische Modellierung, Computerfotografie, Bildgenerierung, Videoverarbeitung sowie künstliche Intelligenz und Robotik. Mittelfristig werden im neuen Labor, welches eng mit dem bereits bestehenden Computer Graphics Laboratory zusammenarbeiten wird, unter der Direktion von Gross bis zu 20 Personen tätig sein. Vier davon werden Doktoranden sein, deren Stellen von Disney und dem Informatik-Departement je zur Hälfte finanziert werden.
So überraschend der Name Walt Disney im Zusammenhang mit der ETH klingt, von der Forschungszusammenarbeit kann die ETH nur profitieren. «Wir haben schon lange nach einem Partner wie Disney gesucht, um Synergien zu schaffen, welche uns ein weites Spektrum an verschiedenen Arbeitsgebieten im Bereich Unterhaltungstechnologie ermöglichen», betont Gross. Zu Disney gehören ESPN, der weltweit grösste Sportkanal, die Games Studios, Imagineering, Disney Animation, die Live Action Studios und weitere. Deshalb sei Disney ein weltweit einzigartiges Unternehmen bei dem die ETH ein ganzes Spektrum von hochinteressanten Problemstellungen für ihre Forschung vorfinde, erklärt Gross.
Das Forschungslabor an der ETH Zürich ist das einzige, welches Disney in Europa unterhält. Das macht Peter Chan, Vizepräsident für Forschung der ETH, stolz. «Das zeigt, dass die ETH international ein hohes Ansehen geniesst für die Qualität ihrer Forschung, im konkreten Fall in Informationstechnologie und Visual Computing», hält er fest. In Zukunft kann man also im Abspann der neusten Disneyfilme nach «special effects by ETH Zürich» Ausschau halten.
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