Bündnerfescht
Der StuRa vertritt studentische Anliegen in über 30 Uni-Kommissionen. Da wird einiges entschieden, was auch die 90 Prozent interessieren dürfte, die sich nicht an den StuRa-Wahlen beteiligt haben.
Es gibt sie in allen geografischen Variationen: Parties, wo ein Grüppchen Studierender ihre Herkunft zelebriert. Nach fünfsemestrigem Anhören von Anekdoten und wilden Stories besuchen wir (drei Zürcher) diesen Herbst endlich das Bündnerfest. Erste Zweifel tauchen auf, als sich sämtliche Bündner Mitstudierende standhaft weigern, auch nur einen Fuss in die Kaserne zu setzen. Eigentlich haben sie recht: Dorfdisco-Sound, Bier und eine Monsterschlange vor der Garderobe. Einzig die Tourismusplakate und das Calanda bringen einen Hauch von Bergluft nach Zürich. Im Verlauf des Abends wird bald klar, wer hierhin gehört und wer nicht: «Kasch mer dis blaue Bändeli zeige?», fragt der Typ hinter der Bar. Meines ist gelb. Kein blaues Bändeli, keine Happy Hour. Kein blaues Bändeli, keine Gratis-Garderobe. Wer beim ominösen «Bündnerclub» nicht Mitglied ist, zahlt drauf. Spätestens, als wir nach den letzten Liedern von Florian Ast aus der Kaserne torkeln, wissen wir auch: Betrunkene Bündner und betrunkene Zürcher unterscheiden sich nur in Nuancen. Die Party hebt sich auch sonst nicht gross von anderen Besäufnissen im Studialltag ab: Konzeptlos zusammengewürfelte Musik, Bier, Kaserne – und derselbe Kater danach wie jedesmal.
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