Geburtstagsfest der Uni
An der EM führt diesen Sommer kein Weg vorbei. Doch ist dieser Fussballzirkus wirklich so toll? Ein nüchtern-ironisches EM-Märchen.
Journalisten sind Hänger. Und so schaffte es von unserer Redaktion gerade mal eine Nase, sich rechtzeitig für die Uniparty anzumelden. Zum Glück gibt es Pressestellen und Beziehungen. An dieser Stelle sei dem Studierendendelegierten des Rektorats, Maximilian Jäger, ganz herzlich für die beiden Plätze auf der Gästeliste gedankt. Die Menschenschlange, die vor den Ticketschaltern am Irchel mäanderte, konnten wir so elegant umgehen. Im Irchel-Hauptgebäude gab es dann kein Entkommen. Im Gedränge kam es zu bizarren Szenen: Vor dem Rock-Floor bildete sich beim Notausgang langsam eine Menschentraube, die dort den Eingang zu finden glaubte. Als wir nach einigen Minuten fragten, wieso eigentlich niemand hineinkomme, beschied uns der nette Sicherheitsmensch, dass dies kein Eingang sei.
Die Partylaune liessen sich die Gäste durch solche Kuriositäten aber nicht vermiesen, besonders nicht wegen der unterhaltsamen Live-Acts im Irchelpark. Von Stiller Haas bis zu den Stereophonics hatten die Organisatoren ein nettes Ensemble lokaler und internationaler Musiker aufgeboten. Und wer vom Tanzen hungrig war, musste sich nicht mal an den Essständen die Beine in den Bauch stehen. Nein, man musste nur einige der unzähligen Kuchenstücke einsammeln, welche von der überdimensionalen Geburtstagstorte übrig geblieben waren.
Weit weniger grosszügig zeigte sich die Uni, als es darum ging, den Heimweg der Festbesucher zu organisieren. Sie vertraute darauf, dass der normale Nachtbusverkehr die einigen tausend Eingeladenen nach Hause brachte. Die Szenen an der Haltestelle hätten sich auch in Dehli oder Bangkok abspielen können. Perfekt war das Chaos, als einer der 4-Uhr-Busse den Geist aufgab. Doch die echten Partykenner störte das nicht – die waren nämlich schon vorher an die Langstrasse weitergezogen.
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