Effizienz zählt mehr als ein guter Ruf
Der erste südkoreanische Geländewagen «KIA Sportage» ist ein in Sachen Ästhetik misslungener Versuch. Wem gehört er wohl? Unsere Expertin schliesst vom Auto auf den Besitzer.
Verneigt euch, liebe Leser, vor euch steht ein waschechter Pionier in vielerlei Hinsicht. Der «KIA Sportage» ist der erste Geländewagen-Versuch des Südkoreanischen Autobauers, der selbst wiederum eine Pionierleistung vollbrachte, indem er die ersten Motorfahrzeuge des Landes schuf. Bescheiden arbeitete man sich von zwei (Motorrad) über drei (3-rädriger Minilaster) zu vier Rädern vor und behielt dabei immer die Funktionalität im Auge. Dabei ging die Ästhetik baden, kein Wunder, schliesslich konzentrierte man sich zuerst auf die Nutzfahrzeugherstellung. Wenn es überhaupt einen schönen Geländewagen gibt, der «KIA Sportage» ist es nicht. Doch im Gegensatz zu seinen Freunden ist er funktional, verfügt über zuschaltbarem Allradantrieb und ist für seine knapp 1,5 Tonnen Leergewicht erstaunlich sparsam. Zwischen zehn und zwölf Liter Benzin verbraucht das Schwergewicht, knapp mehr als ein Mittelklassewagen.
Wer glaubt, Jeep und Hummer seien die einzigen Geländegänger, die ihre Schöpfung der Armee verdanken, irrt. Der Sportage hat exakt dasselbe Chassis wie der Südkoreanische Militärjeep «Retona». Das dürfte dem Fahrer dieses Wagens im Gegensatz zum Jeep-Besitzer jedoch schnuppe sein: Wer sich so nah an der deutschen und italienischen Grenze einen südkoreanischen Wagen kauft, schert sich nicht um seinen Ruf. Vielmehr um sein Budget, denn wie alles Fernöstliche zeichnet sich der «KIA Sportage» vor allem durch seinen tiefen Preis aus. Der Lenker dieses Wagens dürfte also kein Grossverdiener sein, allerdings auch kein kopfloser Kapitalist, schliesslich wird die Effizienz über den eigenen Ruf gestellt. Hier handelt es sich um jemanden, der mitdenkt. Und der in seiner eigenen Welt zuhause ist, wo die Menschen nicht nach ihren Fahrzeugen beurteilt werden, egal ob er Lyriker, Physiker oder Philosoph ist.
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