Online zu «Hasch und andere Trips»

Von Mirko Hofmann, 10. März 2008

Etwas fürs Budget wollten drei Studenten tun, indem sie re-read.ch gründeten. Dort können gebrauchte Bücher gehandelt werden, von «Ägypten» bis «Zeitgenössische Literatur».

  • Notwendigkeiten des Studiums gibt’s auch günstiger. (Bild: Lukas Messmer)

Man könnte den drei Initianten von re-read.ch vorwerfen, in ihrem bisherigen Studium die wichtigste Botschaft noch nicht mitbekommen zu haben – zumindest den zwei Ökonomiestudenten Sebastian Lasse Burkhard und Michael Strahm. Denn mit ihrem Onlineportal bieten sie den Usern die Möglichkeit, gebrauchte Bücher zum Wiederverkauf anzubieten. Für die Betreiber ist dabei – noch – kein Gewinn in Aussicht. «Wir wollten etwas für das Studentenbudget tun», sagt Germanistikstudent Bojan Peric, der Dritte im Bunde. Es sei schliesslich ein altbekanntes Problem, dass man als Student viel Geld für Bücher ausgebe und diese nach einem Semester nicht mehr brauche. Darum sollen auch alle vom re-read-Projekt profitieren können.
Von Drogen bis zum Gartenbau
Obwohl die Onlineplattform zum Secondhandhandel mit Büchern noch wenig bekannt ist, werden zur Zeit bereits über 4200 Bücher angeboten. Diese kann der potentielle Käufer über den Titel suchen oder auch in verschiedenen Kategorien «aufstöbern». Von «Drogen» bis zu «Judaica» sind die Bücher in rund 200 Kategorien aufgeteilt. Mit Abstand am meisten Titel sind unter «Architektur» zu finden. Studentische Grundlagenbücher sind ebenso vertreten wie exotische Werke. Zur Zeit sind etwa «Briefe an seine Braut Luise Rau» oder «Hasch und andere Trips» auf re-read.ch im Angebot. Pro Woche gehen rund 20 bis 40 Bücher über den virtuellen Ladentisch, Tendenz steigend. Der Preis variiert je nach Zustand und Neupreis zwischen fast gratis und nicht viel billiger als im Buchhandel. Das Einstellen eines Buches ist gratis; der Verkäufer kann den Preis selber festsetzen und muss auch keine Kommission an die drei Webseitenbetreiber entrichten.

Sponsoring kommt in Gang

Die Idee von re-read.ch geisterte schon lange in den Köpfen der drei Studenten herum. 2005 wurden erste Entwürfe schriftlich festgehalten. Nach dem Aufschalten existierte lediglich eine sehr kleine Community. Mittlerweile haben Peric, Strahm und Burkhard mit Ernst & Young einen potenten Partner gefunden, mit dem sie nun auch neue Bücher 25 Prozent billiger anbieten als im Buchhandel. «Vor rund fünf Wochen haben wir intensive Promo betrieben, seither hat sich der Verkauf etwa verdreifacht», so Peric. Re-read.ch befindet sich im Aufwind. Doch von nichts kommt nichts – bis zu acht Stunden pro Woche setzt sich das Trio für ihre soziale Idee ein. Bei allem Engagement hätten sie natürlich nichts gegen Einnahmen. «Wir wollen in Zukunft sicherlich kostendeckend arbeiten können, damit wenigstens Promotion und Serverkosten gedeckt werden», sagt Peric. Er ist überzeugt, dass dies möglich ist, beispielsweise mit Bannerwerbung. Und so könnte es durchaus sein, dass in Zukunft nicht nur ihre Kommilitonen, sondern auch ihre Wirtschaftsprofessoren beeindruckt sind.

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