Mit der Liz-Arbeit in den Beruf
Der Zürcher Verein «seed sustainability» fördert wissenschaftliche Projekte, indem er Firmen und Studierende auf einer Plattform vereint. Im Fokus steht die Nachhaltigkeit.
Sechs Jahre ist es her, als sich vier ETH-Studierende der Umweltnaturwissenschaften die Köpfe über ihre nahende Semesterarbeit zerbrachen. «Wir sollten uns damals in ein Thema vertiefen und merkten, dass unsere Arbeit völlig von der Praxis losgelöst sein würde», erinnert sich Gabriela Wülser, die erste Geschäftsleiterin von «seed sustainability», «wir wollten aber etwas bewirken, die Welt verändern, damals.» Sie lacht. Nach ihrem Abschluss verfolgten die vier ihr Ziel weiter, mit der Forschung einen konkreten Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten zu können. Die Hochschulen zeigten schnell Interesse und bald wurden diverse Praxispartner auf die Idee aufmerksam. Heute gehören dazu viele Unternehmen, Nichtregierungsorganisationen oder Glieder der öffentlichen Verwaltung.
Wichtigstes Kriterium: Nachhaltigkeit
Über eine Internetplattform ermöglicht «seed sustainabilty» heute als professioneller Verein die Koordination zwischen Berufswelt, Hochschulen und Studierenden. Die so genannte «Seedbox» bietet online eine hochschulübergreifende Sammlung studentischer Projekte an. Dabei steht das Kriterium der Nachhaltigkeit an oberster Stelle, was naturgemäss gewisse Fachrichtungen bevorzugt. «Wir arbeiten viel mit Umweltwissenschaftlern, Geographen, Politologen, Psychologen und Publizisten zusammen», erklärt die aktuelle Geschäftsleiterin Katja Brundiers. «Aber grundsätzlich sind wir für alles offen – solange es aus der Perspektive der Nachhaltigkeit für das Projekt interessant ist.» Die so vermittelten «Seedprojects» basieren auf Fragestellungen, welche in der Praxis aufgeworfen und dann von Studierenden im Rahmen ihrer – ohnehin zu schreibenden – Arbeit behandelt werden. Zwar gebe es kein offizielles Auswahlverfahren der Interessenten, aber natürlich werde auf die Qualität der Arbeit grosser Wert gelegt. «Oft sind es aber ohnehin engagierte Studierende, die sich für unsere Projekte interessieren», stellt Brundiers fest. Schlechte Erfahrungen habe man noch kaum gemacht. Während die Praxispartner, welche die Projekte übrigens finanzieren, direkt von der Forschung profitieren, können Studierende wichtige Kontakte knüpfen. Ausserdem können sie sich die vielbeschworenen «Soft Skills» aneignen und während der Arbeit von der Betreuung eines Projektkoordinators profitieren. Den Dozenten wird durch die umfangreiche Koordination durch «seed sustainability» Arbeit abgenommen. Teil der Idee ist auch die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen den Studierenden, die schon manch eine neue Perspektive hervorgebracht hat. Auch derzeit sind wieder neue Projekte ausgeschrieben. Im Moment gilt es, Wege und Möglichkeiten zu finden, um Abfallberge zu verkleinern, der Politik Erkenntnisse über ihre (fehlende) Ethik vor Augen zu führen, oder Greenpeace zu helfen, die Jugend für Solarenergie zu begeistern. Seed SustainabilityKommentare:
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