Openair Solothurn
Welchem Professor gehört wohl dieses Monster von einem Geländewagen? Unsere Expertin schliesst vom Auto auf den Besitzer.
Gegen das idyllische Sittertobel hat das Solothurner Industriequartier keine Chance: Eingequetscht zwischen Hochhäusern, Maisfeldern und der Aare standen vier kleine Bühnen quer in der Gegend. Auf dem Zeltplatz, einem abgeernteten Maisfeld, kämpften Reste der Pflanzenstauden gegen das Ertrinken in Wasserlachen. Wer zu spät kam, musste seine Bleibe wohl oder übel im gefluteten Bereich aufbauen.
Musikalisch boten die Solothurner vor allem Schweizer Formationen: Phenomden, Plüsch, Lockstoff, Open Season, neben abgefahrenen Bands wie Käpt’n Görk oder Newcomern wie Rundfunk. Für hartgesottene Rock-Fans war es zuviel Ska und Reggae, einzig Slimboy vermochte ein paar Köpfe zum Nicken zu bringen. DJ Tatana unterhielt während der Samstagnacht die wenigen Trance-Liebhaber.
Nicht so der Brüller? Für den Budget-Preis von 72 Franken durchaus in Ordnung. Der wahre Grund, nach Solothurn zu fahren, war aber nicht die Musik: Eigentlich war das Openair Solothurn das alljährliche Pfadi Folk Fest der Pfadibewegung Schweiz. Ein findiges PR-Team vermarktete den Anlass gleich doppelt, als PFF und als Openair Solothurn. Es waren hauptsächlich Pfadis, die aufkreuzten: Foulards überall, der Zeltplatz voller Spatzen, viel Wanderschuhe und Outdoor-Kleidung. Für die sonst eher abstinenten Pfadfinder eine super Gelegenheit, die Sau rauszulassen (keine Angst, Mindestalter 18, ab 16 mit Bewilligung der Eltern), alte Bekannte aus Lagern wieder zu treffen oder sich in der Badi an der Aare die Sonne auf den Pelz brennen zu lassen.
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