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Verfasste Studierendenschaft als Ziel
An der gestrigen StuRa-Sitzung stellten eine Arbeitsgruppe das Argumentarium für eine neue Studierendenschaft vor. Auch ein Protestschreiben wegen Modulbuchungsfristen wurde beschlossen.
Zur Beginn der Sitzung herrscht Ungewissheit – ist das Gremium beschlussfähig oder nicht? Zur Sicherheit zieht StuRa-Präsidentin Sylvie Michel die Info-Traktanden vor. Zuerst berichtet das Büro: Die Universität Zürich plant bereits wieder ein neues Corporate Design, Büromitglied Katherine Huber ist kurzfristig für drei Monate nach Nablus abgereist und für ein Rockkonzert am Irchel hat der StuRa die Bewilligung bekommen. Ausserdem hat die Universität in einem von OAQ – einem Organ der Schweizer Hochschueln, das sich um die Qualitätssicherung kümmert – verfassten Bericht sehr gut abgeschlossen. Im Protokoll der letzten Sitzung werden einstimmig Rechschreibefehler korrigiert. Dann, das Aufatmen: Offenbar hat jemand falsch gerechnet, denn 34 von 62 Mitgliedern sind anwesend. Das ist mehr als die Hälfte: Heute Abend ist der StuRa beschlussfähig, die Sitzung kann beginnen.
Nur bei Bildungspolitik mitreden
Die Sitzung ist gut vorbereitet und einige Räte – aber immer dieselben – diskutieren engagiert. Am meisten gibt die Forderung nach einer verfassten Studierendenschaft (SUZ) zu reden. Das Zustandekommen einer öffentlich-rechtlich verfassten Körperschaft ist für den StuRa elementar. Zurzeit ist der Rat finanziell und rechtlich völlig von der Uni abhängig. Das will der StuRa ändern und eigenständig werden. Dazu hat das Büro ein Argumentarium ausgearbeitet. Für dieses Ziel ist eine Änderung des Universitätsgesetzes nötig, welche der Kantonsrat beschliessen muss. Mit dem Argumentarium möchte der StuRa Lobbying betreiben, um die Parlementarier zu überzeugen. Am der Formulierung, dass sich die SUZ nur auf bildungs- und nicht auf allgemeinpolitische Themen kümmern werde, stören sich David Galluser und Yshai Kalmanovitch der Fraktion kritische Politik an der Universität Zürich (kriPo). «Wir können nicht ausschliessen, dass wir auch allgemeine Themen besprechen», sagt Kalmanovitch. Er sei Ausländer, und wer setze sich in der Schweiz für ausländische Studierenden ein? «Das ist auch eine Aufgabe des StuRa!», argumentierte er. Nach einigen Voten und einem angenommen Ordnungsantrag auf Abbruch der Diskussion wird der Satz aber beibehalten.
In einem Jahr im Kantonsrat
Laut StuRa-Präsidentin Sylvie Michel ist das Ziel eine parlamentarische Initiative im Kantonsrat. Um die Zustimmung der Kantonsräte zu gewinnen soll das Argumentarium zusammen mit Stimmen aus der Universitätsleitung und dem Universitätsrat helfen. «Im März 2010 könnte es dann zur Abstimmung kommen», sagt Michel, «wir sind sehr zuversichtlich.» Weiter werden an der Sitzung Kommissionen des VSS, die GPK des StuRa und eine Kommission für die SUZ besetzt. Das Interesse hält an einem Sitz hält sich in Grenzen. Verabschiedet wird auch ein Protestschreiben an die Philosophische Fakultät. Dort sollen die Modulbuchungszeiten verkürzt werden. Der StuRa kritisiert, dass dieser Beschluss die Entscheidungsmöglichkeiten der Studierenden einschränke und fordert die Beibehaltung des Status Quo. Nach der Sitzung gibt es ein Glas Weisswein und Sandwiches. «Es ist äusserst schade», bedauert Michel rückblickend, dass nur knapp mehr als die Hälfte der Räte anwesend waren. «Ich verstehe das wirklich nicht. Wir bemühen uns, die Sitzungen spannend zu gestalten», erklärt sie weiter. Wohl eine der letzten Sitzungen war es für Peter Kramensberger. Das StuRa-Urgestein hört auf, wie seine Fraktion während dem Abend erfuhr. Darauf organisierten Silvia Gallego und Maresa Knaus spontan zwei Flaschen Rotwein – und der Rat verabschiedete Kramesberger mit Applaus.
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