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Uni besetzt, Tag 4 bis 7
Am Dienstag, dem 17. November besetzte eine Gruppe Studierender den Hörsaal KOH-B-10 der Uni Zürich. Die Ereignisse übers Wochenende.
Tag 7
20:00 Uhr
Andreas Fischer nahm sich länger als angekündigt Zeit, alle Fragen konnte er dennoch nicht beantworten. Die Fragen drehten sich um folgende Kernthemen: - Mehr Geld für die Bildung und das Budget der Universität - Die Bologna-Reform - Das Mitspracherecht der Studierenden - Die Arbeitsverhältnisse an der Universität Zürich Herr Fischer betonte, dass sein Einfluss auf das Budget gering sei und dass er lediglich in der Politik lobbyieren könne. Er wehrte sich vehement dagegen, dass mehr Geld in die Forschung fliesse als in die Bildung und betonte, dass Drittmittel unbedingt nötig sind, ihr Einfluss aber zu vernachlässigen sei. Fischer betonte, dass die Bologna-Reform noch im Gange sei und gab zu, dass einige Punkte noch anzupassen sind. Auch versprach er, dass er diese Punkte aufnehmen und in die Kommission einbringen wird. Bei einigen Detailfragen konnte er keine Antwort geben, da diese zu ändern nicht in seiner Macht stehe und er verwies auf die Fakultäten. Fischer gestand ein, dass im Bologna-System die Freiheit eingeschränkt werde. Betont aber, dass durch die bessere Strukturierung das Studium schneller abgeschlossen werden kann. Fischer sprach sich dezidiert dagegen aus, dass er das studentische Mitspracherecht "marginalisiere" und verwies auf die bestehenden Möglichkeiten des Mitspracherechts im Studierendenrat und den Kommissionen, in welche die Studierenden Einsitz haben. Der Rektor wurde ausserdem mit der Tatsache konfrontiert, dass ein Lohn von 17 Franken die Stunde für das Reinigungspersonal unfair sei. Dem widersprach Fischer und er beteuerte, dass es zwar Lohnunterschiede gebe, die Universität aber ein fairer Arbeitsgeber sei. In einem Schlussvotum bedankte sich Fischer für die Möglichkeit zur Diskussion. Ausserdem unterbreitete er den BesetzerInnen das Angebot, den Hörsaal KOH-B-10 bis am Mittwoch zu räumen. Einen entsprechenden verbindlichen Entscheid erwartet er bis am Dienstagabend um 20:00 Uhr. Im Gegenzug würde die Universität den Studierenden für mindestens zwei Wochen einen Raum, der ungefähr 30 Studierenden Platz bietet, zu Verfügung stellen. Das Plenum betonte, dass dieses Angebot studentische Ansichten marginalisiere und gab sich sehr kämpferisch. Es sicherte dem Rektor zu, dieses Angebot zu diskutieren und bis am Dienstagabend einen Entscheid mitzuteilen.18:15 Uhr
Das Plenum beginnt. Das Plenum erhält die Möglichkeit, dem Rektor Fragen zu stellen. Andreas Fischer nahm sich für diese Diskussion bis um 19:15 Uhr Zeit. Innerhalb dieser Stunde wird er sich den Fragen der Studierenden stellen.18:05 Uhr
Gleich beginnt das Plenum mit Rektor Andreas Fischer. Der besetzte Hörsaal KOH-B-10 ist sehr gut gefüllt. Rund 350 Studierende sind anwesend. Unter den Anwesenden sind auch einige Dozierende.15:25 Uhr
In einem offenen Brief an Rektor Fischer und Dekan Falkinger fordert der Fachverein Ökonomie, "dass der besetzte Hörsaal umgehend frei gegeben wird". Viele Studierende ihrer Fakultät hätten sich in ihrem Studium behindert gefühlt und sich an sie gewandt. Sie seien auch der Meinung, dass es im Bereich der Lehre Optimierungspotenzial gibt. Die Vorgehensweise empfinden als nicht zielführend und hoffen auf eine Versachlichung der Diskussion und eine baldige Lösung im Interesse aller Studierenden.14:20 Uhr
Das Plenum ist zu Ende. Heute Abend findet das Gespräch mit Rektor Andreas Fischer im offenen Plenum statt. Um 18:00 Uhr geht es los. Des Weiteren beschliesst das eher schwach besetzte Plenum, dass am Freitag um 17:00 Uhr eine Demonstration vor dem Haupteingang stattfinden soll. Als nächster Programmpunkt steht um 16:15 Uhr eine Diskussion zur Bologna-Reform auf dem Plan. Gast im Haribosaal ist der Philosoph Daniel Bremer.10:45 Uhr
Das Wochenende ist vorbei und eine neue Woche steht an. Momentan weilen noch nicht so viele Leute unter den Besetzern. Man erwartet allerdings, dass sich das im Laufe des Tages wieder ändern wird. Denn die Stimmung sei gut und es wird stark mobilisiert. 2500 Flyer sind frisch gedruckt und verteilbereit. Mit Spannung wird das Mittags-Plenum (13:00 Uhr) erwartet, in dem die Protestierenden das Traktandum "Rektor" behandeln. Tendenziell wird heute noch mit Rektor Fischer über Inhalte diskutiert. Dies vor dem versammelten Plenum.Tag 6
21:30 Uhr
Das Programm von morgen Montag: - 13:00 Uhr: Plenum - 16:15 Uhr: Diskussion zur Bologna-Reform mit dem Philosophen Daniel Bremer - 18:00 Uhr: Plenum (unter anderem Diskussion mit Rektor Andreas Fischer) - 20:15 Uhr: Analyse der aktuellen Wirtschaftskrise mit Psychoanalytiker Ralf Binswanger - 21:30 Uhr: Diskussion: Konsensfindung konkret (mit Inputs von Agentur Vagant) Den ganzen Tag durch gibts Informationen im Foyer unterhalb des Lichthofs. Dort gibt es auch am Morgen, Mittag und Abend Essen, sowie ab 23:00 Uhr Kurzfilme.20:50 Uhr
Nach den Problemen, die unsere Seite fast das ganze Wochenende lahmlegten, berichten hier wieder von den Geschehnissen rund um die Proteste der Studierenden an der Uni Zürich. Zudem wurde über das Wochenende auch im Niederdorf über die Proteste informiert. Heute Nachmittag war eine Delegation der Zürcher Protestierenden in Bern um sich da mit den Bernern auszutauschen. Am frühen Abend wurde der Film Streik(t)raum gezeigt. Und im Anschluss war der englische Philosoph Simon Critchley zu Gast und referierte über die Bildungspolitik und Widerstandsformen. Das Video von seinem Vortrag und der anschliessenden Diskussion ist zu finden unter: http://www.ustream.tv/recorded/2618410Tag 5
10:30 Uhr
Das Programm des heutigen Tages: - 14:00 Uhr: Aktivisten aus Basel berichten von ihren Erfahrungen. - 15:00 Uhr: Vortrag zur Schweizer Steuerpolitik mit Roman Künzler. - 16:15 Uhr: Film von Erwin Wagenhofer: Let's make money. - 18:15 Uhr: PlenumTag 4
23:55 Uhr
Das Plenum ist zu Ende. Über das Wochenende geht es weiter. In den AGs wird fleissig gearbeitet. Über das genaue Programm werden wir hier weiter informieren.23:10 Uhr
Noch immer sind etwa 70 Studierende im besetzten Hörsaal. Das Plenum läuft noch. Beschlossen wurde bisher, dass die BesetzerInnen sich als Bewegung verstehen und nicht mit Einzelpersonen vor die Medien treten möchten. Momentan stellen die verschiedene AGs ihre Resultate des Tages vor.21:45 Uhr
Das abendliche Plenum hat soeben mit über 100 Teilnehmenden begonnen. Erneut wird über strategische Fragen diskutiert. Unter anderem auch der weitere Umgang mit den Medien.20:55 Uhr
Bis zum Schluss wurde angeregt diskutiert. Länger als geplant. Alex Demirovic nahm sich diese Zeit gerne. Über 200 ZuhörerInnen sassen im KOH-B-10. Weitere 100 Interessierte sassen zwischenzeitlich vor dem Computer und verfolgten per Livestream den Vortrag des Bolognakritikers. Nach einer Essenspause geht es dann weiter mit dem abendlichen Plenum.18:40 Uhr
Der Vortrag von Alex Demirovic zur Reorganisation der Hochschulen und Perspektiven kritischer Wissenschaft hat soeben begonnen. Nun sind ausserdem die technischen Probleme des Livestreams wieder behoben. www.ustream.tv/channel/unsereunizh18:35 Uhr
Sowohl die BesetzerInnen als auch der Rektor Andreas Fischer erhielten die Möglichkeit, ein Statement abzugeben. Die BesetzerInnen wollen einen Raum öffnen, um ihrem Unmut Ausdruck zu verleihen. Die Forderungen der BesetzerInnen: - Mehr Geld für die Bildung. - Privatwirtschaftliche Interessen sollen keinen Einfuss in Bildung und Forschung ausüben. - Abschaffung Anwesenheitspflicht. - Abschaffung prekärer Arbeitsverhältnisse an der Uni und überall. - Solidarität mit allen Protestierenden. In der nächsten Woche soll es wie bisher weitergehen mit Diskussionen und zahlreichen RednerInnen. Andreas Fischer freut sich über die Gelegenheit "endlich zu sprechen und zum ersten Mal zu erfahren, was sie (die BesetzerInnen) wollen". Fischer bedauert die Besetzung und dass die Forderungen der BesetzerInnen erst jetzt so präsent im Raum stehen. Eine konstruktive studentische Mitbestimmung laufe schon seit Jahren in einer anderen Form. Auch Fischer fordert mehr Geld für die Bildung. Die Uni hat ihr Budget in den letzten Jahren steigern können und möchte das auch in Zukunft tun. Dem Kanton müsse Einsparungen machen, da er jetzt "mageren Jahren entgegen geht". Weitert beteuert Fischer, dass "mehr als 90 Prozent" öffentliche Gelder seien. Der privatwirtschaftliche Anteil sei sehr klein. Die Lehre und Forschung seien dadurch in keiner Weise beeinträchtigt. Auf die Präsenzkontrollen habe er keinen Einfluss, er könne sich als Rektor da nicht einmischen. Fischer sieht das aber nicht als ein grosses Problem an. Fischer beteuert, die Universität Zürich sei ein ein "guter und fairer Arbeitgeber". Die Forderung nach besseren Arbeitsverhältnissen, solle nicht von den Studierenden, sondern von den Angestellten kommen. Fischer ist bereit, auch weiter zu diskutieren. Er macht die BesetzerInnen darauf aufmerksam, dass diese Aktion den Lehrbetrieb beträchtlich störe. Und hofft, dass der Lehrbetrieb bald wieder aufgenommen werden kann.18:05 Uhr
Rektor Fischer wird mit Spannung von zahlreichen Studierenden erwartet. Im besetzten Hörsaal finden sich auch zahlreiche Nicht-Studierende ein, die für den Vortrag von Alex Demirovic gekommen sind.17:40 Uhr
Der Rektor Andreas Fischer wird um 18:00 den besetzten Hörsaal besuchen. Es kommt allerdings nur zu einem kurzen Austausch der verschiedenen Positionen. Zu einem ausführlichen Gespräch wird es erst nächste Woche kommen. Wahrscheinlich in einer der Plenarssitzungen. Um 18:15 Uhr beginnt der mit Spannung erwartete Vortrag von Alex Demirovic, einem Bolognakritiker der Technischen Universität Berlin. Dann sollte der Livestream auch wieder funktionieren. www.ustream.tv/channel/unsereunizh15:45 Uhr
Zur Zeit befinden sich kanpp 100 Studierende im KOH-B-10 und nehmen am Programm: Deutschkurs vom “Verein Bildung für Alle” teil. Im Anschluss folgt der nächste Beitrag zum Thema “Bleiberecht für Alle”. Sans-Papiers und Unterstützende berichten über ihre Erfahrungen und die politischen Hintergründe. Die Veranstaltung soll gemäss Plan um 16:15 beginnen.13:45 Uhr
Ein Entschluss wurde gefasst. Die Einladung an den Rektor bleibt bestehen und der Vortrag soll ebenfalls stattfinden. Ziel ist nicht eine Plenumsdiskussion mit dem Rektor zu veranstalten, sondern ihm die Forderungen zu präsentieren und ihn auf Montag zu einer Diskussion einzuladen.13:00 Uhr
Die Situation sieht folgendermassen aus: Die Aktivisten stehen in Mail-Kontakt mit der Uni Leitung. Jedoch nicht direkt mit Rektor Fischer. Auf die Einladung für heute 18:00 Uhr wurde noch keine konkrete Antwort gegeben. Es wird jedoch eine Antwort am heutigen Nachmittag erwartet. Hier gibt es nun einen Konflikt. Die BesertzerInnen haben einen Vortrag auf 18:00 Uhr von Alex Demirovic geplant. Über einen allfälligen Terminkonflikt wurde die Unileitung gestern bereits informiert, da eine Antwort des Rektors ausblieb. Nun findet eine angeregte Diskussion über den weiteren Kontakt mit dem Rektor und der Unileitung statt.12:45 Uhr
Das Plenum findet nicht im gewohnten administrativen Sinne statt. Anstatt dessen gibt es eine Diskussion zur Kommunikation mit der Unileitung. Rund 30 Personen befinden sich im Saal.12:30 Uhr
Es wird ein Film über die Besetzung der Uni Basel gezeigt ( http://www.youtube.com/watch?v=pp_0Zc23Sts ). Falls sich die der Hörsaal nicht mehr mit mehr Personen füllt, wird das Plenum abgesagt und im kleinen Kreise die Kommunikation mit der Unileitung besprochen.12:15 Uhr
Das administrative Plenum verzögert sich noch um ein paar Minuten, denn das Mittagessen steht zur Zeit oberhalb des besetzten Saals bereit. Dementsprechend wenig Leute befinden sich im KOH-B-10.12:10 Uhr
Der Tagesablauf wurde angepasst: Anstatt um 16:00 beginnt die Vorlesung zur Alternativen Politik "Bleiberecht für Alle" nun um 16:15. Auch der Auftritt von Alex Demirovic wurde um eine Viertelstunde nach hinten verschoben (Start: 18:15)Kommentare:
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