Dem StuRa stinkts

Von Isabel Hempen, 13. Dezember 2008

An der StuRa-Sitzung vom 10. Dezember gab es nicht viel zu diskutieren. Die meisten Kommissionssitze wurden neu besetzt. Zu reden gab weniger die Unipolitik als – die ZS.

  • Der letztjährige StuRa bei einer Abstimmung. (Bild: Lukas Messmer)

Am Tag der Bundesratswahlen wird auch im Studierendenrat (StuRa) gewählt. Die Sitzung an diesem Mittwochabend nimmt geschlagene drei Stunden in Anspruch, mehr als dreissigmal wedeln die blauen Abstimmungskarten in der Luft. An der ersten StuRa-Sitzung der neuen Amtsperiode werden traditionell die Ämter verteilt: Das dauert.

Körperschaft und Kommissionen

21.15 Uhr. Der offizielle Part ist durch. Es lief wie am Schnürchen: Die meisten Kommissionssitze sind neu besetzt. Auch die Resolution des Fachvereins Populäre Kulturen hat der Rat angenommen: Weil die Zahl der Studierenden am Institut für Populäre Kulturen stark angestiegen ist, soll der leere zweite Lehrstuhl so rasch wie möglich besetzt werden. Die Unileitung zicke zwar rum, aber jetzt solle Klartext geredet werden, nimmt sich der StuRa vor. Und ganz wichtig: Wenn alles glatt geht, könnte der StuRa laut Präsidentin Sylvie Michel bereits 2011 wieder als verfasste Körperschaft dastehen. Zumal er den Kontakt zu einem Kantonsrat bereits geknüpft hat. Der soll die entsprechende parlamentarische Initiative einreichen. Zu Kampfwahlen kommt es kaum. «Kein diskussionsfreudiger Rat heute», stellt Michel während der Sitzung fest. Das sei letztes Jahr anders gewesen. Sandra Steiner von skalp sieht das ähnlich: «Es gab viele stille Wahlen, keiner hat das Wort ergriffen. Heute ist nichts gelaufen.» Die Sitzung war tatsächlich, wie Sitzungen meist sind: langweilig.

ZS erhitzt die Gemüter

Die Langeweile verzieht sich bei der Schreibenden aber schlagartig, als es zum Apéro übergeht. Nicht bloss wegen dem Bier, das kredenzt wird. «Die ist von der Presse, passt auf, was ihr sagt», flachst Jonas «ohne Fraktion». «Von der ZS?», fragt Emanuel Wyler, der für die kriPo im Rat sitzt. Er spricht aus, was hier viele denken: «Der Bericht über die Wahlen in der letzten ZS war echt daneben.» Simon Suter, ebenfalls kriPo, schliesst sich an: «Ich finde es aus studentischer Sicht bedenklich, was die ZS da geboten hat. Der StuRa vertritt die Studierenden. Die Studierendenzeitung verhält sich kontraproduktiv, wenn sie die Message rüberbringt: Der StuRa ist scheisse». Sonja Buchmann vertritt die skalp, an den heutigen Wahlen hat sie für drei Ämter kandidiert. Auch sie ist empört. «Im Artikel war von Ratsmitgliedern die Rede, die aus Langeweile lieber mal telefonieren gehen – die wollten Leute für die Sitzung mobilisieren!» Aber zugegeben, langweilig seien die Sitzungen mitunter schon. Wichtig sei vor allem die Kommissionsarbeit. «Wir leisten viel», so Buchmann.

Was der StuRa will

Der Raum summt. Im kleinen Kreis wird über die ZS diskutiert und gelästert, bisweilen energisch. Schlagwörter fallen – «polemisch», «sensationsgeil», «20Minuten-Schreibe». Simon Suter bringt das Anliegen des StuRa auf den Punkt: Die StuRa-Präsidentin, Sylvie Michel, werde im Artikel zwar zitiert. «Die Sicht des StuRa wird aber zu wenig deutlich gemacht», erklärt Suter, «die ZS sollte den StuRa mehr nach seinen Gründen fragen. Nach dem warum.» Keine Rede von «langsam resignierenden Ratsmitgliedern» (ZS #6/08) – jedenfalls nicht, wenn es um die ZS-Berichterstattung geht.

Kommentare:

Bisher hat niemand diese Seite kommentiert.

Dein Kommentar:

RSS Feed für die Kommentare auf dieser Seite | RSS feed für alle Kommentare

Anzeige